| |
| Das große Blutbild der Baumaschine |
| |
| Zeppelin Öldiagnose gibt Aufschluss über den Zustand der Maschine und verhindert Schäden |
| |
Garching bei München, im September 2010 (zep/AB). Für jeden ist es normal, sein Blut beim Arzt untersuchen zu lassen. Denn nichts lässt einen besseren Befund über den Zustand des Körpers zu wie die rote Flüssigkeit. So können Krankheiten früh erkannt und größere Schäden verhindert werden. Wie das Blut beim Menschen, hat das Öl bei der Baumaschine Zugang zu den „lebenswichtigen“ Stellen des Systems und seine Untersuchung offenbart den oft verborgenen Zustand der Maschine. Durch die Analyse können teure Schäden vorgebeugt und Ausfallzeiten vermieden werden. Deshalb bietet Zeppelin seinen Kunden dieses Verfahren als vorbeugende Servicedienstleistung in einem eigenen Labor an.
Bereits vor 40 Jahren haben Caterpillar und Zeppelin begonnen, die zunächst in der Luftfahrt eingesetzte Öldiagnose auf Baumaschinen anzuwenden. Heute verfügt Zeppelin über ein eigenes, umfangreich ausgestattetes Labor, in dem speziell ausgebildete Chemiker rund 100 000 Öldiagnosen pro Jahr erstellen. Moderne Labortechnik, eine mächtige Datenbank und jahrzehntelange Erfahrung bilden die Grundlage für Analysen mit hoher Aussagekraft. „Es werden die unterschiedlichsten Ursachen für Auffälligkeiten im Öl aufgedeckt. Die daraus entstehenden Maßnahmen oder Hinweise, Maschinenausfälle zu vermeiden oder Schäden zu verhindern, fallen ebenso vielfältig aus“, informiert Winfried Wagner, Leiter Zentrale Öldiagnose (ZOD). Folgende Praxisbeispiele geben einen Einblick:
1) Bei der eingeschickten Motoröl-Probe einer Laderaupe, die zum Transport heißer Schlacke eingesetzt wird, ergab die Analyse einen erhöhten Metallabrieb (Fe) sowie einen hohen Schmutzeintritt (Si) von Außen. Hier ist Gefahr im Verzug, da der Motor irreversibel geschädigt werden kann. Eine Rücksprache des Servicetechnikers der betreuenden Niederlassung mit dem Kunden, ergab, dass die Abkühlphasen, die aufgrund der hohen Temperaturen notwendig sind, nicht eingehalten wurden. Zudem wurden die Öllaufzeitintervalle überschritten. Nach einem Öl- und Filterwechsel, führte der Kunde sofort Maßnahmen durch, um die Vorgaben zu erfüllen. Der Motorschaden konnte abgewendet werden – eine Kostenersparnis von rund 60 000 bis 80 000 Tausend Euro.
2) Beim Motoröl eines Radladers ist nach kurzer Öllaufzeit der Ölzustandswert (Oxidation) enorm angestiegen, was normalerweise auf einen Biodieselbetrieb schließen lässt. Nach Rücksprache mit der Niederlassung und dem Kunden, konnte dieser jedoch ausgeschlossen werden. Unterdessen stellte sich heraus, dass der Kunde zu seinem Bedauern ein falsches Öl aufgefüllt hatte. Daraufhin empfahl ihm die Niederlassung, das Motoröl zu wechseln sowie Öl und Filter nach Herstellervorgaben zu verwenden. Inzwischen verhält sich der Radlader im Analyseintervall der Zentralen Öldiagnose absolut unauffällig. Das entspricht einer Kostenersparnis im Normalfall von rund 700 Euro, bei Totalausfall sogar von 33 000 Euro.
3) Bei einem kompakten Radlader wurde bei der Ölanalyse des Hydrauliksystems ein hoher Kraftstoffgehalt von zehn Prozent nachgewiesen. Wenn das Öl mit Kraftstoff verdünnt ist, sind die Schmiereigenschaften nicht mehr gewährleistet, zudem sinkt der Flammpunkt dieses Ölkraftstoffgemisches. Es stellte sich heraus, dass der Bediener den Kraftstofftank mit dem Hydrauliköltank verwechselt hatte. Nach einem Ölwechsel und dem Spülen der Anlage fährt der Radlader nun wieder einwandfrei und ein Schaden blieb aus.
4) Bei einem Mobilbagger (Mietgerät) mit Bioöl im Hydrauliksystem wurde ein zu hoher Mineralölgehalt in der Bioölfüllung nachgewiesen. Der Fahrer hatte aus Unwissenheit zum Nachfüllen ein Mineralöl verwendet. Eine Vermischung von Bio- und Mineralöl kann zum Aufschäumen des Öles führen, als Folge können Kavitationsschäden in den Hydraulikpumpen entstehen. Zeppelin wechselte daraufhin das Öl aus, ein eventueller Schaden in der Hydraulik wurde somit verhindert.
Dies sind nur vier Beispiele, die Bandbreite ist riesig und beinhaltet zum Beispiel auch Ölproben von Blockheizkraftwerken (BHKWs), Schiffmotoren und anderen Maschinen. Die Öldiagnose ist dabei Teil einer umfassenden Zeppelin Serviceleistung. Um die Ursachen für Auffälligkeiten im Öl zu finden und dem Kunden so die richtigen Ratschläge geben zu können, muss der Servicetechniker der betreuenden Niederlassung, ähnlich wie ein Arzt im Krankenhaus, die richtigen Schlüsse ziehen. Da Zeppelin über ein hauseigenes Labor verfügt, ist die Zusammenarbeit zwischen Öldiagnose und Niederlassung sehr effizient und die Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten sehr schnell. „Eine Serviceorganisation mit eigenem Öllabor bedeutet einen direkten Vorteil für den Kunden. Zum einen erhält er seine Ergebnisse schneller, zum anderen liegen alle notwendigen Informationen vor, um die richtige Schlussfolgerung zu ziehen. Dabei berücksichtigen die Zeppelin Experten nicht nur das Aggregat, aus dem die Probe stammt, sondern auch den Maschinentyp und dessen Geschichte. Zeppelin kann dabei auf eine über viele Jahre hinweg aufgebaute Datenbasis zurückgreifen“, berichtet Wilhelm Hentschel, Bereichsleiter Service.
Innerhalb von 24 Stunden
Jeden Morgen kommen die Ölproben, die über Nacht verschickt werden, aus ganz Deutschland und Österreich im Labor in Garching bei München an. Die Proben werden nach Baugruppen sortiert und für die Analyse vorbereitet. Zuerst wird der Wasser- und Kraftstoffgehalt geprüft. Haben die Ölproben keine auffälligen Werte, kommen sie zu den jeweiligen Analysegeräten. Dort werden unter anderem die Abriebselemente, die Ölzustandswerte, die Ölreinheit, der Ferromagnetische Index und die Viskosität gemessen. Mitunter sind bis zu zehn verschiedene Einzeluntersuchungen pro Ölprobe notwendig. Bei Bedarf wird eine mögliche Vermischung der Ölprobe mit Frostschutzmittel nachgewiesen, was auf ein eventuelles Leck im Kühlsystem hindeutet. Gemessen und ausgewertet werden die eingeschickten Ölproben innerhalb von 24 Stunden. Dann weiß der Kunde bereits, wie es um seine Maschinen bestellt ist. Der Laborbericht wird auf Wunsch noch am Tag der Auswertung per E-Mail versendet und kann unter http://www.zeppelin-cat.de/zod jederzeit eingesehen werden. Werden bei der Analyse gravierende Unregelmäßigkeiten festgestellt, wird sofort die zuständige Zeppelin Niederlassung benachrichtigt, die dann weitere Maßnahmen mit dem Kunden vereinbart.
Bildunterschrift:
Bild 1: “Blutprobe” bei einer Baumaschine. Wie beim Menschen gibt sie Aufschluss über den oft verborgenen Zustand der Maschine.
Bild 2: Analysen im Zeppelin Labor - modernes Equipment, ausgebildete Chemiker und kurze Reaktionszeiten.
Bildnachweis: Zeppelin
|
|
|
|